Dienstag, 1. November 2016

Was ist an dem Bauvorhaben maßlos? - Diskussion

Diskussion auf www.nebenan.de

Anfrage von J.B.:
Was ist an dem Bauprojekt maßlos? Es geht um Wohnraum für Menschen die zunehmend aus dem Bezirk verdrängt werden. Und selbst der Spielplatz bleibt erhalten.

Antwort:
Hallo J. B., ich habe mich über die Reaktion gefreut, auch wenn sie kritisch ist. Sonst hat man immer den Eindruck, dass man ins Nirwana postet. Warum ist das Bauprojekt maßlos? Das ist eigentlich die Geschichte von der "Fischerin und ihrem Mann". Zunächst wollten die Investoren, zwei soziale Träger, das Haus sanieren und ein Gebäude vorne hinzubauen. Der Garten sollte unangetastet bleiben. Dies hat uns der EX-Bürgermeister Dr. Schulz in einer Mail mitgeteilt.
Die Mail ist auf unserem Blög veröffentlicht: http://kiezerhalten.blogspot.de/…
Auf dem Blog haben wir uns große Mühe gegeben, die Entwicklungen zu dokumentieren und ich kann hier nicht alles wiedergeben.
Maßlos ist das Bauvorhaben, weil es die nach dem bestehenden Bebauungsplan mögliche Bebauung um 70 % überschreitet. Daher müssen fast alle Bäume im Garten dran glauben. Von den Investoren wird was anderes behauptet, aber wenn man sich die Planung ansieht, kommt man unweigerlich zu dem Schluss. Der Spielplatz bleibt teilweise erhalten, das haben wir bisher erreicht. Die Nordspitze wird abgeschnitten und mit dem Grundstück Blücherstr. vereinigt. Dadurch ergibt sich erst einmal das Baurecht. Wir kritisieren, dass der Bezirk hier nicht mit offenen Karten spielt und glauben auch nicht, dass nur günstiger Wohnraum entsteht. Dazu haben wir ein Schreiben an Frau Herrmann geschickt: http://kiezerhalten.blogspot.de/…
Gegen den Wohnraum für Bedürftige hat von uns keiner was. Den könnte man aber locker in dem Bestandsgebäude unterbringen. Wieso die Neubauten gebraucht werden, wurde nicht erklärt. Wir vermuten, dass das Grundstück geteilt werden soll und nachdem das Baurecht bewilligt wurde, teuer verkauft wird. Sie wisssen schon "die Fischerin".

Das Grüne Bezirksamt steht bedingslos auf der Seite der Eigentümer. Alle Parteien bis auf die Grünen haben inzwischen eingesehen, dass es so nicht geht (Wahlprüfsteine Blog). Die Grünen verstoßen gegen ihre eigenen programmatischen Aussagen (die kennen Sie vielleicht besser als ich) was Verdichtung, Klimaschutz, Gentrifizierung und Bürgerbeteiligung betrifft.
Dagegen machen wir zur Zeit eine Unterschriftensammlung (siehe oben). Falls ich sie überzeugen konnte, wäre es nett, wenn Sie uns unterstützen. Bei der Unterschriftensammlung in der Nachbarschaft treffen wir auf große Unterstützung. Wir hatten schon einmal 600 Unterschriften gesammelt. Nur einzelne halten die "Schaffung von Wohnraum" für so wichtig, dass alle anderen Ziele hinten an stehen müssen.
Aber das kennen wir ja auch vom Tempelhofer Feld. Da sind die Grünen auch gegen eine Bebauung. Man muss anscheinend mit seinen Widersprüchen leben. Viele Grüße Werner


Foto Dagmar Ruth Arnold: Noch ist die Sonnenblume nicht verwelkt!
 

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